Eine der am heißesten diskutierten Fragen in der Netzgemeinde ist sicher, welches Content Management System (CMS) das beste ist. Ein klares Meinungsbild sieht sicher anders aus, als das, was man so an Antworten zu hören bekommt. Also muss ich da auch noch meinen Senf dazugeben 😉

Fast wie beim Rechtsanwalt ist auch hier die Grundaussage: „Es kommt darauf an“. Und zwar auf den beabsichtigen Einsatzzweck. Ein wenig ketzerisch könnte man jetzt sagen, dass es sich doch bei allen dreien um Content Management Systeme handle und es von daher doch eher um die persönlichen Präferenzen gehe. Aber das stimmt so pauschal natürlich nicht.

Wichtige Fragestellungen

Grundsätzlich stehen an Beginn einer Systementscheidung immer folgende Fragestellungen:

  • Wie hoch ist mein Budget?
  • Welche Anforderungen soll mein Webprojekt erfüllen?
  • Wie gut ist mein technisches Verständnis und welche Ressourcen stehen mir für die Betreuung der Webseite zur Verfügung?

Alleine durch die Budgetfrage entscheidet sich schon sehr schnell, ob ein Typo3 infrage kommen kann, oder ob es doch eher WordPress oder Joomla sein wird. Denn die Erfahrung zeigt, dass Projekte durch den Einsatz von  Typo3 schnell teuer werden können. Gegenüber einem Joomla-Projekt ist ein Preisunterschied von gut 30% nicht unüblich. Hauptgrund für die teils erheblichen Preisunterschiede sind die Individualanpassungen. Bei Typo3 entwickeln die meisten Agenturen eigene, für verschiedene Anwendungen optimierte Komponenten. Diese Entwicklungsleistung muss selbstverständlich refinanziert werden. Auch die Umsetzung individueller Templates gehört zu den Preistreibern. So kommt es, dass kaum eine Typo3-Installation der anderen gleicht.

Vorteile von Typo3

Dennoch hat Typo3 immense Vorteile, die den Einsatz und die damit verbunden Mehrkosten durchaus rechtfertigen können. So ist Typo3 ein echtes Redaktionssystem, mittels dem Multi-CMS und eine fein austarierte Benutzerverwaltung realisierbar sind. Die Kopplung mit der Benutzerverwaltung in Microsoft-Umgebungen ist dabei nur eine der vielen Integrationsmöglichkeiten. Typo3 ist mit seiner individuellen Anpassbarkeit ein echtes Multitalent, während Joomla eher eine Insellösung darstellt.

Joomla – Preiswert und vielseitig einsetzbar

Wer für sein kleines Unternehmen eine preiswerte CMS-Lösung sucht, findet in Joomla eine gut skalierbare Anwendung. Angefangen von der einfachen Seite mit einem kostenlosen Standardtemplate bis hin zur innovativen Seite im Responsive Design kann hier sehr viel realisiert werden. Positiv dabei ist die leichte Erlernbarkeit der Administration. Ein Frontend-Login macht das Bearbeiten von Beiträgen zum Kinderspiel. Und unzählige Komponenten, die meist für kleines Geld erhältlich sind, erweitern das Standard-CMS um nützliche Funktionen für nahezu jeden Anwendungsbereich. Von der Feuerwehreinsatzplanung über Terminkalender bis hin zu Glossaren ist vieles möglich ohne die immensen Kosten einer Individualprogrammierung tragen zu müssen. Geeignet ist Joomla damit für kleine bis mittelständische Unternehmen.

Joomla unsicher?

Der oft gehörte Einwand der angeblich geringen Sicherheit von Joomla ist nur zum Teil berechtigt. Denn die Sicherheit bei Joomla hängt vor allem von der Versionspflege und der Verwendung guter Komponenten ab. Nahezu 90% aller Hacks werden über veraltete und/oder schlampig programmierte  Komponenten realisiert. Der Joomla-Core selbst ist eher selten das Einfallstor.

Und was ist mit WordPress?

WordPress ist eigentlich kein CMS, das man direkt mit Typo3 oder Joomla vergleichen könnte. Denn im Kern ist es mehr ein System, mittels dem ein Blog einfach und effektiv erstellt und betrieben werden kann. Die Beitragsverwaltung steht hier im Mittelpunkt. Somit eignet sich WordPress nur bedingt für eine Firmenwebseite. Realisierbar ist das, aber viele Eigenheiten von WordPress sorgen oft für Frustration bei der Erstellung und Verwaltung einer klassischen Unternehmenspräsentation. Seine Stärken spielt WordPress aber immer dann aus, wenn es um Contentgetriebene Webseiten geht. Auch dieser Blog ist in WordPress realisiert.

Fazit

Es ist zu resümieren, dass jedes CMS, auch die hier nicht vorgestellten, wie z. B. Drupal, seine individuellen Vor- und Nachteile besitzt. Es ist deshalb sehr wichtig, genau zu evaluieren, welche Anforderungen das eigene Webprojekt an ein CMS stellt. Vor allem aber darf auch die Administration nicht aus den Augen verloren werden. Denn manchmal kann es sinnvoll sein, auf ein Feature zu verzichten und dafür eine bessere und leichtere Administration zu erhalten.

Joomla, Typo3 oder Word Perfect? Wer ist besser?
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